„Tatort Internet – Wie digitales Mobbing zur Gefahr an unseren Schulen wird“

„Tatort Internet – Wie digitales Mobbing zur Gefahr an unseren Schulen wird“ Die Mainzer Bildungsgespräche der CDU am 17.06.2014 im Plenarsaal des Landtages

Kategorie: Aktuelles, Blick ins Gymnasium 
Von: Jochen Ring

BLICK 269

Ein Kurzbericht von Jochen Ring

Den Vorsitzenden des Bündnisses gegen Cybermobbing, Uwe Leest, hatte die CDU als Referenten für die Mainzer Bildungsgespräche über eine spezifische Form der Internetkriminalität eingeladen. Bei Cybermobbing handelt es sich, so der Experte, um einen Tatbestand, der viele begriffliche Differenzierungen erfordert. Zu unterscheiden seien zum Beispiel:

 Flaming (üble Nachrede)

 Cyberstalking (fortwährende Belästigung und Verfolgung)

 Happy slapping (Filmen von Gewaltausübung)

 der Identitätsklau

 der Ausschluss Einzelner aus sozialen Netzwerken.

Nach vorliegenden Untersuchungsergebnissen sind rund 17% aller Jugendlichen schon Opfer von Cybermobbing geworden. Verstärkt trete dieses Phänomen in der Pubertät, bei Mädchen und an den nicht-gymnasialen Schulformen auf, eine Einschätzung, der der zweite geladene Sachkundige, der Medienberater Peter Sommerhalter widersprach. Seines Erachtens fällt Cybermobbing an Gymnasien nur weniger auf; genauso wie an den anderen Schulformen müssten Lehrer hier umfassender fortgebildet, regelmäßige Informationsveranstaltungen implementiert und Projekttage angeboten werden. Die Empfehlung, das Schulfach Medienerziehung einzuführen, halte er nicht für sinnvoll. Die Wertschätzung des Einzelnen und die Vermittlung von Sozialkompetenz müssten durchgängige Unterrichtsprinzipien und die Möglichkeiten aller Fächer gebündelt genutzt werden. Die CDU-Fraktionsvorsitzende Julia Klöckner betonte die Notwendigkeit von personellen Ressourcen (Lehrer, Polizei, Staatsanwaltschaft) im Gegensatz zum Ruf nach neuen Gesetzen. Bei der den Referaten folgenden Diskussion berichtete ein Vater, dass seine Tochter auf Facebook Freundschaftsanfragen von Lehrern erhalten habe, eine Kommissarin beklagte die hohe Hemmschwelle, Fälle von Cybermobbing zur Anzeige zu bringen.

Die Überraschung des Abends bestand für mich als Teilnehmer in einem Sachverhalt, der mit dem Thema des Bildungsgesprächs nichts zu tun hatte: ob Absicht oder nicht, auf einer Veranstaltung der CDU an einem 17. Juni wurde nicht der Opfer des Volksaufstands in der DDR im Jahre 1953 gedacht.

Für einen schnellen Überblick, weitere Informationen und praktische Hilfen sei auf die Website www.bündnis-gegen-cybermobbing verwiesen.