Über 500 Schüler der FOS und des VHG lernen, wie man „den König schachmatt setzt“

Über 500 Schüler der FOS und des VHG lernen, wie man „den König schachmatt setzt“

„Wenn sich das Fußvolk wehrt, hat der König keine Chance mehr.“ Dieses simple Prinzip fasst für den Fachreferenten Peter Sommerhalter zusammen, wie Mobbing-Situationen im Idealfall gelöst werden. Der König ist dabei der oder die Anführerin in einer Gruppe, die mit Hilfe ihres Hofstaats häufig versucht, die eigene Macht zu überdecken. „Das Ziel des Mobbings wird vom König und den Prinzen ständig, über einen längeren Zeitraum, ganz gezielt fertig gemacht“, so der für das „Bündnis gegen Cybermobbing“ deutschlandweit tätigen Internetexperte. Aber es müsse auch immer ein Fußvolk geben, das diese Angriffe zulässt. Denn es sei besonders wichtig, nicht Teil des Problems zu bleiben, sondern Teil der Lösung zu werden. 
Über 500 Schüler und mehr als 130 Eltern wurden im Rahmen dieses Projektes zu Themen wie Datenschutz, Persönlichkeitsrechten, Gefahren und Risiken rund um das sehr aktuelle Themenfeld Cybermobbing sensibilisiert. Dabei wurden die diesjährigen 6. Klassen in jeweils einem halbtägigen Workshop geschult, die Stufen 7 bis 11 sowie vier Klassen der FOS hingegen erfuhren in der bis auf den letzten Platz besetzten Mensa des VHGs mehr zu den Gefahren, Persönlichkeitsrechten und dem richtigen Verhalten im Internet. Voll besetzt war eben diese Mensa auch beim Elternabend. „Wir Eltern sind oft unsicher, wie wir unsere Kinder vor Cybermobbing, Datenklau oder Cyberkriminalität schützen können“, meint etwa die Elternbeirätin Anja Stark. Fachliche und personelle Unterstützung bei den Vorträgen erhielt Sommerhalter vom Fachreferenten der Lindauer Polizei, Ulrich Strodel. Ein Raunen ging etwa durch die Reihen, als Strodel anhand eines Praxisbeispiels das Vorgehen von staatlichen Einrichtungen wie dem LKA oder der Staatsanwaltschaft etwa bei der Konfiszierung von Handys und anderen Datenträgern erläuterte.
Der Anstoß zu diesem Projekt kam aus der sehr aktiven SMV des VHGs. „Wir wollten vor allem nicht, dass es eine einmalige Sache bleibt und wieder verpufft“, betont Sarah Morgenschweiß vom AK „Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage“, „gemeinsam mit unserer Schulpsychologin Frau Sauter und Herrn Kick, dem Schulpsychologen der FOS, unserer Verbindungslehrerin Frau Kröll und 40 weiteren Streitschlichtern und Mitgliedern unseres AKs wollen wir nun unseren eigenen Lehrplan zum Mediencoach entwickeln.“ Diese ganz individuelle Ausbildung soll nachhaltig sichern, dass zum einen regelmäßig untere Klassen auf präventiver Ebene geschult werden, zum anderen bieten diese neuen Mediencoaches, die ab Herbst ihre Ausbildung abgeschlossen haben werden, dass es zusätzliche, versierte Ansprechpartner für Schüler, Lehrer und Eltern geben wird. Dieses Konzept überzeugte schließlich auch die Juroren des Lindauer Kinderschutzbundes, die das Mediencoach-Projekt mit immerhin 2000,-Euro bezuschussten. „Es ist bemerkenswert, wie sich die Schülerinnen und Schüler hier am VHG in die Schule einbringen und was sie leisten“, bringt es Schulleiter Waldemar Schmitt auf den Punkt. 
www.bündnis-gegen-cybermobbing.de

Michaela Kröll

 

 Cybermobbingprävention
v.l.n.r.: Peter Sommerhalter, Anja Stark (EBR), Ulrich Strodel (Lindauer Polizei), 
Waldemar Schmitt, Karin Eigler (KBS), Brigitte Stremler (Stremler AG),
Florian Heller, Birgit Dietlein-Rauschenbach (KBS), Markus Kick (FOS),
Petra Neuser (EBR), Michaela Kröll